Taschenbücher und Nachtbaden.

Cairns im Juni 2008

In einer Zeit wo ein besetztes Haus mit 2000 Polizisten geräumt wird und ein ganzer Staat am Nil auseinander zu brechen droht, kommen einen die eigenen Probleme so unendlich klein vor. Man betrachtet die Welt über die Kanäle im Internet und TV und erkennt sich an manchen stellen selbst wieder. Cairns wurde letzte Nacht von einen riesen Zyklopen heimgesucht. Vor 2 1/2 Jahren stand ich an der Stelle, die eben überschwemmt wurde. Man sieht die Bilder an sich vorbeiflimmern und kann nicht mehr klar denken.

Ich hab das Gefühl das sich allgemein vieles im Wandel befindet. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt. Wir verändern uns, die Kommunikation ist auf jede Sekunde getrimmt. Wir werden in unseren Aktionen und Interaktionen immer schneller. Schaffen wir dadurch aber auch einen Mehrwert für uns und unser Umfeld? Ich bewundere meinen Mitbewohner Walther sehr, der gerade die gesamte Welt in Uganda ganz anders wahrnehmen und aufsaugen kann. Sich selbst neu zu entdecken, sich selbst in Situationen bringen die man lösen muss – charakterlich und nicht fachlich. Kenne ich mich gut genug um zu sagen: Hey ich arbeite jetzt bis ich 65 bin und geh dann in Rente? Was ist tote Zeit? Was ist Zeit die dich selbst weiterbringt? Es ist schwer die Tage sich diese Frage zu beantworten. So viele Informationen, so viele Gedanken, unendliche Welten in einem Mikrokosmos.

Dieser Artikel wurde von Martin geschrieben.

Martin ist Admin von Farbwolke.de / Twitgriller & Gedankenverdreher. Er ist ein Twitter-Fan und mag es Fotos zu machen. Man kann sein Portfolio auf martin-neuhof.com anschauen. Wer mit dem Autor reden möchte kann auch gerne über Facebook Kontakt aufnehmen.

One Response

  • Mit der toten Zeit ist das so eine Sache… ich verbrauche das meiste davon (zumindest das, was außerhalb der Arbeit davon übrig ist) momentan fast ausschließlich für mich selbst: Um etwas zu lernen, was ich scheinbar nie wirklich konnte – um alleine zu sein und das auch aushalten zu können, um endlich aus Fehlern zu lernen und um zu lernen Dinge schneller und endgültiger zu beenden (Genau das, was du mir mal gewünscht hast.).

    Dafür bleibt natürlich anderes gerade total auf der Strecke. Aber irgendwie ist das ok – ich weiß, dass ich irgendwann mal froh sein werde, dass ich die Zeit dafür investiert habe.

    Und genau das ist wohl die Frage, die du dir auch stellen solltest: Wofür möchte ich die wenige Zeit neben der Arbeit, die mir noch bleibt, nutzen und wofür ist sie mir einfach zu schade?

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