Eigentlich hätten die letzten 8 Monate, die ich hier verbringen durfte, einen ellenlangen Blogeintrag erfordert. Eigentlich hätten inbesondere meine Mitbewohner einen ausführlichen Abschiedseintrag verdient. Eigentlich gibt es an so einem Abend – wo man noch nicht ganz weg, aber auch noch nicht ganz da ist – viel, was man sagen könnte.
Aber gerade genieße ich nur die letzte Nacht in diesem leeren Raum, die Stille an dem Ort, der in diesem Jahr mein zu Hause war und bin zu müde, um große Reden zu schwingen. Vielleicht kommt das noch, wenn wieder Ruhe und Ordnung eingekehrt ist.
Nur so viel für jetzt: Danke! Ich hatte hier eine wirklich schöne Zeit und das liegt vor allen Dingen an den Menschen, mit denen ich sie teilen durfte.
Vor zwei Tagen zeigte mir jemand nachfolgenden Text. Er schwirrte irgendwo in den Weiten des Internets, weshalb mir leider auch der Autor nicht bekannt ist. Jedoch war: “Genau… manchmal fühlt es sich genau so an!”, meine Reaktion nach dem ersten Lesen und deshalb möchte ich ihn ein einfach gern weitergeben. Denn wie immer sind es die kleinen Dinge….
“Und dann kommst du nach Hause, ziehst deinen Schlafanzug an, der nach Lenor riecht. Gehst barfuß leise ins Schlafzimmer. Kriechst unter deine Bettdecke. Er hat sie für dich aufgeschüttelt. Und dann hältst du den Atem an, um seinen Atem zu hören. Seinen Schlaf-Atem. Regelmäßig und tief. Hin und wieder mit einer sanften Schnarchbeimischung, die um diese Zeit dein Herz so rührt, dass dir Tränen in die Augen steigen im dunklen Zimmer. Und dann raschelst du laut mit der Bettdecke, hustest ein bisschen, und schiebst deinen Fuß rüber auf seine Seite, um ihn heftig, aber gerade noch sanft genug gegen die Wade zu treten, um nachher behaupten zu können, du hättest dich lediglich im Schlaf bewegt. Weil, wenn er dann halbwegs aufwacht, geschieht das Wunderbare: Dann tastet er nach dir, zieht dich an sich, auf seine Seite, in seine Arme, an seine Brust, die der schönste Ort der Welt ist, grunzt irgendetwas Unverständliches, was nichts zur Sache tut, aber sehr, sehr freundlich klingt und legt seine Wange in die kleine, stets warme, stets duftende Vertiefung zwischen deinem Hals und deiner Schulter und schläft wieder ein. Und du fühlst dich zu Hause und geborgen vor allem Übel, getröstet von allem Kummer, befreit von allen Sorgen. Es gibt nichts Besseres als Liebe. Das ist so.”
Ich hangel mich von einer Seifenblase zur nächsten. Probiere so schnell wie
möglich zu springen damit ich noch rechtzeitig vor dem zerplatzen die nächste erreiche. Dabei steht jede Seifenblase für eine Fähigkeit die mich ausmacht. Bearbeite ich ein Bild, stampfe ich schnell eine Webseite aus dem Boden oder organisier ich ein kleines Treffen für die Leipziger Twittergemeinschaft. Es gibt immer was zu tun. Glauben mir viele nicht, aber ich kann mir selbst Arbeit verschaffen, zwar nicht im klassischen Sinne, aber immerhin beschäftige ich mich. Dann kommt die Nacht. Alle Fähigkeiten scheinen verflogen. Man liegt im Bett, treibt die Gedanken an bis alles verschwommen wirkt. Man selbst kann kaum noch einen klaren Gedanken fassen Man fühlt sich Stumpf. Dunkelheit in Verbindung mit Stille ist ein komische Situation. Vielleicht kann ich deswegen derzeit nur mit Podcast / Fernsehgedudel einschlafen.
Vielleicht ist der Film Inception ja doch Realität.
Wir schlafen, und dieses Leben ist ein Traum, nicht im metaphorischen oder poetischen, sondern im tatsächlichen Sinn. – Fernando Pessoa