Taschenbücher und Nachtbaden.

Cairns im Juni 2008

In einer Zeit wo ein besetztes Haus mit 2000 Polizisten geräumt wird und ein ganzer Staat am Nil auseinander zu brechen droht, kommen einen die eigenen Probleme so unendlich klein vor. Man betrachtet die Welt über die Kanäle im Internet und TV und erkennt sich an manchen stellen selbst wieder. Cairns wurde letzte Nacht von einen riesen Zyklopen heimgesucht. Vor 2 1/2 Jahren stand ich an der Stelle, die eben überschwemmt wurde. Man sieht die Bilder an sich vorbeiflimmern und kann nicht mehr klar denken.

Ich hab das Gefühl das sich allgemein vieles im Wandel befindet. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt. Wir verändern uns, die Kommunikation ist auf jede Sekunde getrimmt. Wir werden in unseren Aktionen und Interaktionen immer schneller. Schaffen wir dadurch aber auch einen Mehrwert für uns und unser Umfeld? Ich bewundere meinen Mitbewohner Walther sehr, der gerade die gesamte Welt in Uganda ganz anders wahrnehmen und aufsaugen kann. Sich selbst neu zu entdecken, sich selbst in Situationen bringen die man lösen muss – charakterlich und nicht fachlich. Kenne ich mich gut genug um zu sagen: Hey ich arbeite jetzt bis ich 65 bin und geh dann in Rente? Was ist tote Zeit? Was ist Zeit die dich selbst weiterbringt? Es ist schwer die Tage sich diese Frage zu beantworten. So viele Informationen, so viele Gedanken, unendliche Welten in einem Mikrokosmos.