Retrospektive

22.07.2008 – Devonport TasmanienIMG_5203

Es wird schon gegen 16:30 dunkel. Die Tage sind kurz hier im tasmanischen Winter. Die Gedanken drehen sich um die Zukunft. Was soll ich machen wenn ich wieder in Deutschland bin? Bewerbe ich mich bei meiner alten Firma wieder? Möchte ich mich nicht weiterentwickeln? Man vermisse ich meine Freundin so sehr. Ich bin froh sie endlich wieder länger zu sehen. Hoffentlich bringt mich dieses Schiff wieder gut nach Melbourne. Denkt der Rest von mir, ich bin ein Verlierer nur weil ich nach 2 Monaten wieder zurück nach Deutschland fliege? Ach egal, Hauptsache mir geht es gut.

03.07.2009 – Havanna KubaKuba02 147

Man bin ich betrunken. Der Mojito an der Swimmingpool Bar war gut. Ich kann meine Gedanken kaum noch fassen. Ich hab mich vor ein paar Wochen von meiner Freundin getrennt. Wir waren immerhin 3 Jahre zusammen. Jetzt bin ich vernarrt in ein blondes Wesen, was ich auf der anderen Seite der Welt schrecklich vermisse. Gut dass ich dieses Gefühl habe, gut dass ich sie vermisse. Ich hab nichts bereut. Dieses Kuba, diese Liebe, diese Gedanken – nur einen Job fehlt noch zum kompletten Glück.

22.05.2010 – Großplasten Deutschland Pfingsten (94 von 289)

Wie lange war ich eigentlich nicht mehr wandern? Ach es schadet ja nicht. Die Gruppe, findet immer einen Weg. Schade das wir nur so kurz ausspannen können. Warum kann ich eigentlich nie meinen inneren Frieden finden? Es gibt immer irgendetwas was mich stört, was nicht perfekt läuft. Ach die Mücken nerven mich. Was gibt es heute zum essen? Ach werden schon andere für mich entscheiden.

15.01.2011 – Leipzig DeutschlandIMG_1187

Ich hätte nie gedacht, das mich alles einmal so belasten kann. Das dieser Druck so groß werden könnte. Hielt ich mich doch immer für abgeklärt und stark. Nein nichts ist gut. Ich könnte diese Kamera gegen die Wand werfen. Könnte das Smartphone in 1000 Einzelteile zertreten. Ich fühle mich wie ein Süchtiger, süchtig nach Anerkennung, immer was besseres schaffen zu müssen. So kann es doch nicht weitergehen. Es muss was passieren. Geh ich halt auf die Party und mach gute Miene zum bösen Spiel. Ja, wir sind alle so glücklich. Perfekt. Ja alles ist gut. Es läuft Super. Gefällt mir. Merkt doch eh keiner.

Dieser Artikel wurde von Martin geschrieben.

Martin ist Admin von Farbwolke.de / Twitgriller & Gedankenverdreher. Er ist ein Twitter-Fan und mag es Fotos zu machen. Man kann sein Portfolio auf martin-neuhof.com anschauen. Wer mit dem Autor reden möchte kann auch gerne über Facebook Kontakt aufnehmen.

6 Responses

  • Wirklich süchtig nach Anerkennung? Oder willst du selber immer mehr und besser? Gib einfach gas. Reiß alle anderen mit oder lass sie links liegen. Anerkennung findest du immer. Aber auch von den richtigen? Was ist mehr wert? Ein dankbarerer Blick deiner Freundin oder 100 Kommentare zu einem Bild?

    Lass die.Kamera ganz und halt drauf auf das leben.

  • das ist das kind in uns. es möchte spielen, entdecken, lachen, staunen, rennen, springen, bauen, reden. und alles was wir haben sind prothesen aus plastik und metall.

    wir müssen uns mal treffen. der see, der see.

  • es merken immer die, von denen man es am wenigsten erwartet. die anderen, die es bemerken müssten, denken meist, dass man schon was sagt, wenn man ein problem hat.
    manche dinge kann man sich auch einfach einreden und kommt leichter davon los, als man denkt! der ursprung ist wichtig und wie du dich mit allem fühlst!

    lass dich nicht immer von den schatten besiegen, sie sind nur da, weil irgendwo in der nähe ganz viel licht und wärme ist!

  • p.s.: es ist erst der 5. also jetzt 6.1. … ;-)

  • Man merkt es, sogar, wenn man sich in einer anderen Stadt bewegt und dich jetzt auch schon ein paar Wochen nicht gesehen hat. Man kann das wohl nie wirklich verbergen: Letzte Woche fragt die eine Kollegin, ob ich mich eigentlich manchmal ein bisschen einsam fühlen würde – da konnte die höchste Professionalität und das beste Make-up wohl doch nicht alles verbergen.

    Und trotz allem, obwohl scheinbar bei dir nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, bist du der einzige, der Einfach-mal-so-SMS schreibt, die mich manchmal so rühren, dass die Augen nicht ganz trocken bleiben können. Diese kleine Nachrichten von dir sind in einer Zeit, in der man das Gefühl hat viel mehr zu vermissen als vermisst zu werden, so wichtig für mich geworden und ich kann nicht oft genug DANKE dafür sagen! Ich hoffe, dass ich dir das, genau wenn du es brauchst, auch zurückgeben kann.

    Vor einem Jahr hätte ich nie gedacht, dass du mir mal so sehr fehlen könntest, aber es ist gut, dass es so ist.

    Ich drück dich!

  • Schöner Eintrag.

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