Ich such doch gar nix.

Eins.

Gedämmtes Licht, keine Musik, der Geruch der letzten Zigarette in der Luft. Jede Entfernung der Körperteile voneinander weg wie ein Faden, der nicht reißen will. Eine Nacht lang, die Zigarette schüchtern danach, bis zum Morgengrauen.

Ein gutes Frühstück. Eine Anzeige. Ein Anrufbeantworter. Eine Frau.

Well done, dear. You got me there.

Zwei.

Deine Nachricht kommt unerwartet, aber das kommen sie immer. Sie ist anzüglich, aber das sind sie immer. Die Ausnahme diesmal: dein Smiley grinst nicht, er lächelt mich auf der Touchscreen-Oberfläche an. Was ist los, hat die Monogamie dich lieb gemacht oder vermisst du nur den Sex (mit mir) zu sehr?

Anyway, ich lass mich gerne auf eine Mittelmeerinsel einladen, falls du es ernst meinst.

Höfliches nachhaken. Keine Antwort. Weitere Nachrichten, keine Entschuldigung, weitere Vorschläge und immer der Unterton. Stört zwar nicht, aber ich bin nun mal kein Fan von leeren Worten wenn es um horizontale Taten geht.

Drei.

Als ich “Brasilianer” höre schmelze ich förmlich dahin. Du brauchst also nichts mehr anstellen, nimm mich einfach hier und jetzt.

Gut… äh. Okay, dass du es tatsächlich versuchst, auf einer Homeparty bei der jegliche Zimmerschlüssel fehlen hätte ich nicht gedacht. Aber immerhin durften jetzt vier bis fünf (?) Leute feststellen, dass ich auch nackt auf dem Boden mit einem Sitzsack bekleidet eine (würdelose) gute Figur abwerfe. Fuck, it was totally worth it.

Moral:

Ich bin ja nicht einmal auf der Suche nach dem Richtigen. Und habe schon… das (siehe oben). Was zur Hölle würde passieren, wenn ich ernsthafte Paarungs- und Fortpflanzungsrituale initiieren würde?

Soziale Mathematik.

Als Martin mich fragte, ob ich hier mitschreiben möchte habe ich ihn gewarnt: viel positiver Moment-genießen-Gedankenkrams geht mir zur Zeit nicht durch den Kopf. Was mir sonst so durch den Kopf geht, ich so mache & wer ich bin: dazu später.

Erstmal: Wo ist die Momentfreude, das Schnuppern, das Lachen, die Tränen und die Wut geblieben?

Bei mir werden sie von Enttäuschung gefressen. Immer wieder, mal hat sie mehr, mal hat sie weniger Hunger.

Kürzlich war ein eine gute Freundin nicht da als sie gebraucht wurde. Sie hatte vorher versprochen da zu sein. Und es steht auch nicht zur Diskussion, ob sie in diesem Moment rein OBJEKTIV betrachtet hätte da sein müssen. Sie hat nicht reagiert, nicht geholfen, keine Gefühle gezeigt und dadurch ihre kalte Schulter offenbart.

Warum reagiere ich, die ich gar nicht direkt betroffen war nun verletzt? Warum lasse ich mich zerfressen?

Weil ich für die Hand voll Leute, die in meinem Herzen sind, sterben würde. Nach Sibirien reisen. Umzugskisten vom sechsten in den sechsten Stock tragen. Alle Verabredungen und Termine absagen. Würde, wenn ich könnte, wenn ich sollte.

Manchmal soll ich es, manchmal mache ich es. Um am Ende, genau, alleine da zu stehen. Das ist nicht neu. Neu ist folgendes:

Eine Stunde mit einem “Freund”, sozialen Kontakt, bringt mir Small-Talk, Informationen die ich nicht brauche, im seltensten Fall, fast nie, einige neue Einsichten in die Welt, andere oder mich.

Eine Stunde in einem Büro, mit Zeiterfassung, bringt mir eine gute Zahl an Euro.

Nach der Stunde mit dem Freund mache ich mir eventuell Gedanken. Sorge mich um ihn, melde mich bei ihm und bekomme: Offensichtlich nichts.

Nach der Stunde auf Arbeit mache ich mir keine Gedanken oder Sorgen. Gehe nach Hause und bekomme: ein fettes Gehalt, je länger ich da war.

Das ist zur Zeit meine Mathematik. Sie klingt hart, sie wird keinen ewigen Bestand haben, irgendwann muss ich wieder philosophieren, Scheiß erzählen, gemeinsam shoppen oder ins Kino gehen. Aber bis dahin: erstmal Bündel für Bündel, um es mit Azad zu sagen.

Dear Grandma,

ich fühle mich schlecht. Ich melde mich viel zu selten bei dir. Seitdem du nach HannoveMix-(143-von-209)-Bearbeitetr gezogen bist, haben wir eigentlich so gut wie gar keinen Kontakt mehr. Früher in meiner Kindheit, warst du noch ein fester Bestandteil meines Lebens. Ich bin immer nach der Grundschule zu dir gekommen und du hast mir etwas leckeres gekocht. Wir haben zusammen “Familienduell” oder “der Preis ist heiß” geguckt. Kurz vor Weihnachten durfte ich die ganzen Räuchermenschen aus dem Zeitungspapier wickeln und sie alle in eine Reihe stellen. Wenn ich das erledigt hab, hast du mir oft einen geschenkt und ich hab mich riesig gefreut. Du warst ein großer Teil meiner Kindheit.  Das letzte was ich dir gutes getan hab, war eine Blume die ich dir vor 2 Jahren zum Frauentag geschenkt habe.

Heute lebst du in Hannover, bei deiner Tochter.
Heute hat mich dein Sohn angerufen.
Heute hast du einen Schlaganfall erlitten.

Ich bin innerlich so zerrüttet das mir nur noch diese Zeilen helfen. Hoffentlich geht es dir bald besser. Ich drücke alle Daumen dieser Welt, das man die verlorene Zeit vielleicht doch noch etwas aufholen kann. Gute Besserung. Ich hoffe ich sehe dich bald.

Bis bald.
Dein Martin

Konsequent.

Warum stellt man alles in Frage und probiert sie dann mit allem zu verteidigen Fotowas man hat?  Dickköpfe können schwer einen Konflikt aus dem Weg gehen. Am Ende hat man nur sich selbst. Quatsch. Das Ende ist noch weit entfernt. Ohne Konflikte & Meinungsverschiedenheiten wäre die Menschheit nicht dort wo sie heute steht. Gefährlich wird es erst dann, wenn man Still wird. Zu schwach ist sich gegen die Anschuldigungen zu wehren. Sich gegenseitig “labern” lässt. Es hält einen am Leben, man spürt das man noch kämpft, mit sich, mit der Welt. Die Power im Herz alles durchstehen zu können ist groß. Ich bin noch nie der Typ gewesen einen Konflikt zu scheuen. Auch wenn es mein Leben nicht gerade einfach macht. Ich ecke oft an, verteidige meine Meinung oft bist aufs Messer. Bin ehrlich, meist zu ehrlich. Einfach mal die Fresse halten, war bei mir noch nie an der Tagesordnung.

Trying to find a balance.

Ich muss dich auf Händen tragen damit du für immer bei mir sein kannst //
Nur du hast diese Beziehung gerettet weil du über Monate auf mich standst. //
Wir sind wie Bonnie und Clyde auf der Suche nach unserer Vergangenheit //
In dir hab ich meine Zukunft gefunden ich muss nur dran bleiben //

3 Minuten Jugend im Zeitraffer

Ein Video was mich sehr nachdenklich macht. Aber es stimmt. 100% ungeschönt. 3 Minuten – Abriss.

PRINZ PI – 3 Minuten from Keine Liebe Records on Vimeo.

Beschreibung: Eine ganze Jugend im Zeitraffer, gefilmt von den grandiosen RADIO ACTIVE Kids. Alles echt, nix gestellt. Grandioses visuelles Kurzpanorama des IST-Zustandes. Das haben American Apparel, die Vice, die Medien, das billige Bier, die vielen Kippen, die gute Musik und unsere Eltern nun aus uns gemacht. So schaut das aus.

schlafende Seifenblasen

Ich hangel mich von einer Seifenblase zur nächsten. Probiere so schnell wie Fotomöglich zu springen damit ich noch rechtzeitig vor dem zerplatzen die nächste erreiche. Dabei steht jede Seifenblase für eine Fähigkeit die mich ausmacht. Bearbeite ich ein Bild, stampfe ich schnell eine Webseite aus dem Boden oder organisier ich ein kleines Treffen für die Leipziger Twittergemeinschaft. Es gibt immer was zu tun. Glauben mir viele nicht, aber ich kann mir selbst Arbeit verschaffen, zwar nicht im klassischen Sinne, aber immerhin beschäftige ich mich. Dann kommt die Nacht. Alle Fähigkeiten scheinen verflogen. Man liegt im Bett, treibt die Gedanken an bis alles verschwommen wirkt. Man selbst kann  kaum noch einen klaren Gedanken fassen Man fühlt sich Stumpf. Dunkelheit in Verbindung mit Stille ist ein komische Situation. Vielleicht kann ich deswegen derzeit nur mit Podcast / Fernsehgedudel einschlafen.

Vielleicht ist der Film Inception ja doch Realität.

Wir schlafen, und dieses Leben ist ein Traum, nicht im metaphorischen oder poetischen, sondern im tatsächlichen Sinn.  – Fernando Pessoa

Let the good times…

Gedankenblase.de wieder rauskramen und unter diesem Namen weiterbloggen? Warum etwas wieder aufleben lassen, was vor einigen Jahren aufgegeben wurde? Das sind vielleicht die ersten Fragen, die man sich stellt, wenn man noch weiß, dass es dieses Gemeinschaftsblogprojekt schon einmal gegeben hat.

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau: Vielleicht war es einfach meine Art Martin zu überreden auch mal wieder über private Dinge zu schreiben. Vielleicht wollte ich auch nur dieses T-Shirt mal wieder tragen, welches mir die ehemaligen Autoren vor vier Jahren zum Geburtstag geschenkt haben. Vielleicht, weil ein Gemeinschaftsblog eben doch mehr Spaß macht als wenn man sich alleine in seinen Gedanken suhlt. Vielleicht, weil wir gerade zusammen wohnen. Vielleicht, weil wir es eventuell bald nicht mehr tun.

Sicher ist jedoch, dass wir nicht mehr ganz auf die alte Konstellation kommen: 2 Autoren sind geblieben, 2 gegangen und eventuell kommen dafür neue Gesichter, denn dieses Projekt hat schon früher von seinen ganz unterschiedlichen Schreiberlingen gelebt. Etwas, das nicht nur uns, sondern hoffentlich auch dem Leser Spaß macht.

Kehren wir nun also zurück in das Wohnzimmer der Gedanken, setzen uns auf das Sofa und leben uns wieder neu ein!

Warum, wieso und warum?!

Foto In letzter Zeit hab ich immer mehr das Bedürfnis mal wieder ordentlich zu schreiben. Da ich auf meinen anderen Seiten oft nur was Themenspezifisches von mir gebe, hat mir ein kleines Wohnzimmer gefehlt. Ein Wohnzimmer wo ich meine Gedanken loswerden kann ohne das sie gleich auf die Goldwaage gelegt werden. Wo man auch mal schreien, weinen, lachen oder tanzen kann. Ich erhoffe mir mit der Wiederbelebung von der Gedankenblase einfach mehr Raum für mich und meine Gedanken. Ich hab lange überlegt ob ich wieder so wie “damals” bloggen soll. Gerade bei meinem nicht so perfekten Schreibstil (der ewige Kampf mit dem Ausdruck und der Kommasetzung) . Aber warum nicht?  Für die Perfektion hier im Blog hab ich mir genau wie damals die Sophie (mittlerweile meine WG-Mitbewohnerin) in unser Gedankenblase-Boot geholt.  Kann also nur schief gehen.

Wir sind wieder da!

Ich selbst wäre wohl der letzte gewesen der das gedacht hätte, immerhin war ich es, der Ende 2007 / Anfang 2008 das Projekt: Gedankenblase begraben hat.  Aber da ich wieder vermehrt meine Gedanken veröffentlichen möchte und ich mich von Farbwolke.de und meinem Portfolio ein wenig abgrenzen möchte, wurde die Gedankenblase wieder reanimiert. Natürlich mit einer alten Bekannten: Sophie. Es hat sich viel verändert. Also wer noch Lust auf Gedankengänge / Gefühlsduselei und Musik hat, abonniert unseren Feed.