Sobald man Ausgrenzung am eigenen Leib erlebt, fühlt man sich stumpf. Keiner kann schließlich etwas für diese Situation, nur jeder zu einem kleinen Teil. Aber in dem Moment, in dem du mich der Lüge bezichtigst, fang ich an dich zu hassen. Als ob ich mir die härteste Story in diesem Jahr ausdenken würde, nur um vor dir zu fliehen. Du denkst nicht nach, merkst nicht was wahre Gefühle sind. Einige Leute wünschen dir sogar die Pest an den Hals, spätestens jetzt, solltest du nachdenken wie du dich deinen Mitmenschen gegenüber verhältst. Du warst lang genug ein Feigling, hast andere für dich machen lassen. Dich selbst vor eine Situation stellen und klare Worte zu sprechen, sind eben nicht deine Stärke. Du sprichst doch immer von deiner Lebenserfahrung, dann nutze sie gefälligst auch.
Vielleicht hab ich deswegen in letzter Zeit so oft das Gefühl das sehr viele Menschen in ihrer eigenen kleinen Welt leben. Wir verschließen die Augen weil wir es angenehm und kuschelig haben wollen – Hauptsache unsere eigene Sicherheit wird nicht gefährdet.
Du willst mich nicht. Dafür gebe ich für Dich alles. Ich kann es nicht begreifen. Du lehnst mich zum 2. mal ab. Als wäre ich ein Stein. Ein gefühlsdusliger Clown – der durch deine Botschaft zerstört wird. Letztes Jahr hast du es schon einmal getan – mich mit Füßen getreten. Ich konnte gar nicht mehr klar sehen – du warst die mit der ich meinen Weg im Jahr 2010 gehen wollte. Heute wärst du mein Rettungsanker in einer verfahrenen Situation. Nun trittst du mit harten Stiefeln auf meinen Kopf ein – als wären meine Gedanken ein lästiger Hundehaufen.
Bin ich dir nicht gut genug? Wo ist das Problem? Begründe es doch wenigstens. Ich wäre nicht für dich geeignet. Wie soll ich das verstehen? Am liebsten würde ich dich an die Wand klatschen damit du in 100 Teile zerspringst.
Ich hasse dich! Ich liebe dich!
Nächstes Jahr – alle guten Dinge sind 3! Ja, das kannst du als Drohung verstehen.
Warum singen so vieler meiner musikalischen Helden von Selbstmord? Egal ob Casper, Prinz Pi oder Curse. Scheinbar ist unsere Generation von Selbstzweifel zerfressen. Es gibt definitiv viele Gebiete in denen wir verzweifeln können. Wenn wir den Druck in der Schule nicht gewachsen sind. Wenn wir Liebeskummer haben und keinen Ausweg mehr sehen. Wenn die eigene Arbeit nicht gewürdigt wird. Wenn ein geliebter Mensch stirbt. Momente an denen Menschen zerbrechen können. Der Gedanke tötet und dann einen endgültigen Schlussstrich ziehen. Viele sagen, diese Art wäre Feige. Man stiehlt sich aus der eigenen Verantwortung.
Was ist aber wenn man zu sehr geliebt hat, wenn es wirklich keinen Ausweg mehr gibt? Ich glaube Selbstmord hat etwas mit Stolz und Kraft zu tun. Irgendwann ist das Fass, was man Kraft nennt leer. Ich selbst kenne niemanden persönlich der sich umgebracht hat. Ich kenne in meinem Umfeld aber ein paar Personen die es probiert haben. Ein Hilfeschrei? Ich kann es auch nach 10 Jahren noch nicht wirklich deuten.
Trotzdem ein Mensch ist frei in seiner Entscheidung. Wenn es der eigene Wille ist und man zu 100% bei Verstand ist, dann soll jeder auch über seinen eigenen Tod frei entscheiden können. Übrigens ist Selbstmord ein bescheuerter Begriff.
Der Mensch ist elektrisch, seit du Weg bist bin ich ohne Strom.
// Ja mir geht es gut. //
22.07.2008 – Devonport Tasmanien
Es wird schon gegen 16:30 dunkel. Die Tage sind kurz hier im tasmanischen Winter. Die Gedanken drehen sich um die Zukunft. Was soll ich machen wenn ich wieder in Deutschland bin? Bewerbe ich mich bei meiner alten Firma wieder? Möchte ich mich nicht weiterentwickeln? Man vermisse ich meine Freundin so sehr. Ich bin froh sie endlich wieder länger zu sehen. Hoffentlich bringt mich dieses Schiff wieder gut nach Melbourne. Denkt der Rest von mir, ich bin ein Verlierer nur weil ich nach 2 Monaten wieder zurück nach Deutschland fliege? Ach egal, Hauptsache mir geht es gut.
03.07.2009 – Havanna Kuba
Man bin ich betrunken. Der Mojito an der Swimmingpool Bar war gut. Ich kann meine Gedanken kaum noch fassen. Ich hab mich vor ein paar Wochen von meiner Freundin getrennt. Wir waren immerhin 3 Jahre zusammen. Jetzt bin ich vernarrt in ein blondes Wesen, was ich auf der anderen Seite der Welt schrecklich vermisse. Gut dass ich dieses Gefühl habe, gut dass ich sie vermisse. Ich hab nichts bereut. Dieses Kuba, diese Liebe, diese Gedanken – nur einen Job fehlt noch zum kompletten Glück.
22.05.2010 – Großplasten Deutschland
Wie lange war ich eigentlich nicht mehr wandern? Ach es schadet ja nicht. Die Gruppe, findet immer einen Weg. Schade das wir nur so kurz ausspannen können. Warum kann ich eigentlich nie meinen inneren Frieden finden? Es gibt immer irgendetwas was mich stört, was nicht perfekt läuft. Ach die Mücken nerven mich. Was gibt es heute zum essen? Ach werden schon andere für mich entscheiden.
15.01.2011 – Leipzig Deutschland
Ich hätte nie gedacht, das mich alles einmal so belasten kann. Das dieser Druck so groß werden könnte. Hielt ich mich doch immer für abgeklärt und stark. Nein nichts ist gut. Ich könnte diese Kamera gegen die Wand werfen. Könnte das Smartphone in 1000 Einzelteile zertreten. Ich fühle mich wie ein Süchtiger, süchtig nach Anerkennung, immer was besseres schaffen zu müssen. So kann es doch nicht weitergehen. Es muss was passieren. Geh ich halt auf die Party und mach gute Miene zum bösen Spiel. Ja, wir sind alle so glücklich. Perfekt. Ja alles ist gut. Es läuft Super. Gefällt mir. Merkt doch eh keiner.
In einer Zeit wo ein besetztes Haus mit 2000 Polizisten geräumt wird und ein ganzer Staat am Nil auseinander zu brechen droht, kommen einen die eigenen Probleme so unendlich klein vor. Man betrachtet die Welt über die Kanäle im Internet und TV und erkennt sich an manchen stellen selbst wieder. Cairns wurde letzte Nacht von einen riesen Zyklopen heimgesucht. Vor 2 1/2 Jahren stand ich an der Stelle, die eben überschwemmt wurde. Man sieht die Bilder an sich vorbeiflimmern und kann nicht mehr klar denken.
Ich hab das Gefühl das sich allgemein vieles im Wandel befindet. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt. Wir verändern uns, die Kommunikation ist auf jede Sekunde getrimmt. Wir werden in unseren Aktionen und Interaktionen immer schneller. Schaffen wir dadurch aber auch einen Mehrwert für uns und unser Umfeld? Ich bewundere meinen Mitbewohner Walther sehr, der gerade die gesamte Welt in Uganda ganz anders wahrnehmen und aufsaugen kann. Sich selbst neu zu entdecken, sich selbst in Situationen bringen die man lösen muss – charakterlich und nicht fachlich. Kenne ich mich gut genug um zu sagen: Hey ich arbeite jetzt bis ich 65 bin und geh dann in Rente? Was ist tote Zeit? Was ist Zeit die dich selbst weiterbringt? Es ist schwer die Tage sich diese Frage zu beantworten. So viele Informationen, so viele Gedanken, unendliche Welten in einem Mikrokosmos.
In der eigenen Selbstdarstellung sind wir alle mittlerweile zu Profis mutiert. Wir lachen in die Kamera und schauen gleich cool, die Bilder werden doch eh auf Facebook landen. Also verstellen wir uns, schreiben Texte die super Intelligent klingen damit man auch richtig tiefsinnig wirkt. Damit man selbst strahlen kann. Man wählt sich die Leute, die man fotografiert, so aus, damit man ja ein Stückchen mehr Anerkennung als beim letzten mal bekommt. Wir lächeln, flirten, arbeiten, twittern, chatten nur um uns mitzuteilen. Für die kurzen 15 Minuten Ruhm, quatsche ich ständig, teile Videos, Musik & Zitate.
Wir senden ständigen Nachrichten aus der Welt hinaus. Dabei vergisst man was einen selbst ausmacht. Man hört auf, sich selbst zu hinterfragen. Manchmal sehne ich mich nach der Stille, die es nicht in der Stadt gibt. Kein Ton, kein Geräusch, kein iPhone, kein Facebook, nur Martin.
Happiness is not real unless it is shared. – Christopher McCandless
Dein Gesicht…
ist gestresst und abgehetzt. Du suchst am Straßenbahnsteig nach der Zeitanzeige. Mist, gerade die Bahn verpasst. Also noch 10 Minuten in der kälte stehen. Hoffentlich wird der Abend schön.
Dein Gesicht…
lächelt und deine Augen strahlen. Du läufst mit einem breiten Grinsen durch die Welt. Du hast eben erfahren, dass du schwanger bist. Kleines Leben reift in dir heran, noch 2 Stunden dann kannst es deinem langjährigen Freund erzählen.
Dein Gesicht…
ist fremd hier. Du verstehst dieses ganze Kauderwelsch um dich herum nicht. Warum bin ich nur nach Deutschland gekommen? Hier ist es gar nicht so viel besser, wie die anderen immer gesagt haben. Das reiche Europa. Hier ist doch alles nur sehr trist. In Afrika war zumindest das Wetter besser.
Dein Gesicht…
ist wie erstarrt. Du bist gerade sehr orientierungslos. Du hast es eben erfahren. Du bist im 3. Monat schwanger, eine Abtreibung kommt nicht mehr in Frage. Was machst du jetzt? Hättest du nur nie die Kontrolle an diesem einem Abend verloren.
Dein Gesicht…
vergräbt sich hinter einem Smartphone. Du nimmst deine Umwelt kaum wahr. Checkst deine E-Mails, deine Facebook & Twitter Updates. Noch 3 Minuten, dann bist du am Bahnhof. Noch 30 Minuten, dann geht dein ICE nach Frankfurt. Du fliegst nach Australien. Du schaust noch einmal aus dem Fenster, sagst deiner Heimatstadt byebye.
Dein Gesicht…
provoziert, mit 3 Piercings. Dein Umfeld versteht dich nicht, du hast dich selbst, gründlich überdacht. Jetzt weißt du für was du einstehst. Du kannst dich selbst definieren. Die Welt ist gegen dich, kein Problem.
Dein Gesicht…
schreit mit jeder Faser “Nazis raus!”.
Wie einfach es wäre, jetzt zu beschreiben was sich in den letzten Wochen alles verändert hat. Ja, ich arbeite, in einer Grafikagentur. Ja, wir haben eine neue Mitbewohnerin. Aber darum geht es mir gerade nicht. Mir geht es darum, meine Zeit, die ich jetzt noch habe, intelligent zu nutzen.
Mein Leben zu intensivieren, mich selbst für die nächsten Schritte fit zu machen. Ich muss positiver werden, nur durch eine gute Ausstrahlung, färbe ich auf mein Umfeld ab. Begegne ich Menschen, aufgeschlossen, werden sie mir mit einem Lächeln antworten. Gucke ich Tag ein, Tag aus, Griesgrämig auf die nasse Straße, werde ich gar keine Antworten erhalten.
Jeder von uns, brauch ein Stückchen Hoffnung. Geben wir unsere Hoffnung auf die Weiterentwicklung auf, können wir uns begraben. Die Intensivierung, der alten und neuen Werte, kostet Kraft. Ich hab aber das Gefühl es könnte sich lohnen.
Aufhören nachzudenken, sondern machen.
Ich hab in meinen Leben schon viele Menschen kennengelernt. Es waren nicht alle Nett zu mir. Viele sind lockere Bekanntschaften. Ich würde von mir selbst behaupten ich hätte eine ganz gute Menschenkenntnis. Viele haben keine konkrete Linie in ihren Leben. Können sie für keine Seite entscheiden.
Du bist so echt. Du verstellst dich nicht. Du weinst wenn du weinen musst. Du versteckst nichts. Du denkst deine Tränen würden mich belasten. Dabei zeigen sie mir nur, wie du bist. Nein keine Heulsuse. Eine Frau die ihre Gefühle zeigt, die mit ihren Tränen Freude oder Trauer ausdrückt. Du stehst zu deinen Gefühlen, egal ob es den anderen gerade passt. Ich wollte die 100% mit dir. Du gibst mir diese 100%. Du bist wahrscheinlich die Person in meinem Leben die mit einen einzelnen Kuss alles wieder gut machen kann.
Verstell dich nicht. Bleib wie du bist.