Abschied.

Eigentlich hätten die letzten 8 Monate, die ich hier verbringen durfte, einen ellenlangen Blogeintrag erfordert. Eigentlich hätten inbesondere meine Mitbewohner einen ausführlichen Abschiedseintrag verdient. Eigentlich gibt es an so einem Abend – wo man noch nicht ganz weg, aber auch noch nicht ganz da ist – viel, was man sagen könnte.

Aber gerade genieße ich nur die letzte Nacht in diesem leeren Raum, die Stille an dem Ort, der in diesem Jahr mein zu Hause war und bin zu müde, um große Reden zu schwingen. Vielleicht kommt das noch, wenn wieder Ruhe und Ordnung eingekehrt ist.

Nur so viel für jetzt: Danke! Ich hatte hier eine wirklich schöne Zeit und das liegt vor allen Dingen an den Menschen, mit denen ich sie teilen durfte.

Kleine Momente KW#40

Heute keine Punkte, stattdessen:

What i am to you is not real
What i am to you you do not need
What i am to you is not what you mean to me
You give me miles and miles of mountains
and i’ll ask for the sea

Keystroke.

52 weiße und 36 schwarze – 88 Tasten liegen also vor dir: Ein großes Tier, das seine Zähne bleckt. Während die meisten so glatt sind, dass man geradezu abrutscht, wenn man die Finger auf ihre Kuppen stellt, sind es oftmals eher die wie Waisenkinder behandelten schwarzen Tasten, die sich mehr nach Holz und aus irgendeinem Grund angenehmer anfühlen. Vielleicht liegt es daran, dass sie weniger schrill und eher für die traurigen Zwischentöne verantwortlich sind.

Doch egal, welche Kombination aus schwarz und weiß wir wählen – der Beginn eines Stückes ist der Befreiungsschlag eines jeden Pianisten: Wenn der Hammer die Saite berührt ist es als würden alle Gefühle, die wir in diesem Moment in uns tragen, durch den Arm bis in den Finger strömen und schließlich in jenem Ton liegen, der erklingt. Wer genau zuhört, erkennt dort kleine Schreie, große Verletzungen, ungestüme Wut, zitternde Angst, naive Fröhlichkeit oder unbändige Liebe. Wie durch ein Ventil tritt unser Innerstes nach außen, wird frei gelegt und hörbar.

Wer mit der nötigen Leidenschaft spielt, spielt sich frei, spielt alles raus. Ja, vielleicht schmerzen die Sehnen vor Anstrengung, drohen die Saiten sogar zu reißen, doch wenn der letzte Ton versiegt, kehrt mit der Stille auch die Erschöpfung und Leere in den Spielenden ein. Der Sturm ist vorbei: Was gesagt werden musste, wurde in der dafür erforderlichen Klangfarbe gesagt.

Musik konsumieren ist eine Sache, Musik wirklich hören noch einmal eine andere. Aber Musik machen – das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Tränen.

Ich hab in meinen Leben schon viele Menschen kennengelernt. Es waren nicht alle Nett zu mir. Viele sind lockere Bekanntschaften. Ich würde von mir selbst behaupten ich hätte eine ganz gute Menschenkenntnis. Viele haben keine konkrete Linie in ihren Leben. Können sie für keine Seite entscheiden.

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Du bist so echt. Du verstellst dich nicht. Du weinst wenn du weinen musst. Du versteckst nichts. Du denkst deine Tränen würden mich belasten. Dabei zeigen sie mir nur, wie du bist. Nein keine Heulsuse. Eine Frau die ihre Gefühle zeigt, die mit ihren Tränen Freude oder Trauer ausdrückt. Du stehst zu deinen Gefühlen, egal ob es den anderen gerade passt. Ich wollte die 100% mit dir. Du gibst mir diese 100%. Du bist wahrscheinlich die Person in meinem Leben die mit einen einzelnen Kuss alles wieder gut machen kann.

Verstell dich nicht. Bleib wie du bist.

Kleine Momente KW#39

  • Menschenkino im Kaffeehaus
  • WG-Leben
  • Lesefieber
  • spontane Jazznacht mit Bigband und Till Brönner in der Oper
  • Lieblingsjahreszeit:

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

(Rilke)