Fundstück: Nähe.

Vor zwei Tagen zeigte mir jemand nachfolgenden Text. Er schwirrte irgendwo in den Weiten des Internets, weshalb mir leider auch der Autor nicht bekannt ist. Jedoch war: “Genau… manchmal fühlt es sich genau so an!”, meine Reaktion nach dem ersten Lesen und deshalb möchte ich ihn ein einfach gern weitergeben. Denn wie immer sind es die kleinen Dinge….

“Und dann kommst du nach Hause, ziehst deinen Schlafanzug an, der nach Lenor riecht. Gehst barfuß leise ins Schlafzimmer. Kriechst unter deine Bettdecke. Er hat sie für dich aufgeschüttelt. Und dann hältst du den Atem an, um seinen Atem zu hören. Seinen Schlaf-Atem. Regelmäßig und tief. Hin und wieder mit einer sanften Schnarchbeimischung, die um diese Zeit dein Herz so rührt, dass dir Tränen in die Augen steigen im dunklen Zimmer. Und dann raschelst du laut mit der Bettdecke, hustest ein bisschen, und schiebst deinen Fuß rüber auf seine Seite, um ihn heftig, aber gerade noch sanft genug gegen die Wade zu treten, um nachher behaupten zu können, du hättest dich lediglich im Schlaf bewegt. Weil, wenn er dann halbwegs aufwacht, geschieht das Wunderbare: Dann tastet er nach dir, zieht dich an sich, auf seine Seite, in seine Arme, an seine Brust, die der schönste Ort der Welt ist, grunzt irgendetwas Unverständliches, was nichts zur Sache tut, aber sehr, sehr freundlich klingt und legt seine Wange in die kleine, stets warme, stets duftende Vertiefung zwischen deinem Hals und deiner Schulter und schläft wieder ein. Und du fühlst dich zu Hause und geborgen vor allem Übel, getröstet von allem Kummer, befreit von allen Sorgen. Es gibt nichts Besseres als Liebe. Das ist so.”

Kleine Momente KW#36

  • kreatives Aufeinandertreffen alter Bekannter
  • zu Zweit die Nacht sprengen
  • Arbeiten ohne Durchatmen
  • Zusagen und dadurch weniger in der Luft hängen
  • Gedankenanstöße per SMS
  • im Auto durch die Nacht fahren
  • die WG-Jungs
  • mit den Eltern frühstücken
  • Improvisationstheater
  • Ablenkungsmanöver auf 400km Entfernung
  • kleine Geständnisse

Ohne Wiederholung.

“Ich bete jeden Tag für ein Leben ohne Wiederholung. Ich bete jeden Tag für ein Leben ohne Wiederholung.”, schreibt ein deutscher Autor und sorgt in seinem Text damit für selbige. Recht hat er allerdings, denn wer möchte sie schon in seinem Leben haben – die Wiederholung?

Natürlich kann ein kleines bisschen Routine auch ihren Reiz haben: Keine Veränderung – keine Umstellung – kein Risiko. Manchmal sind Rituale sogar wichtig, um uns in die richtige Stimmung zu bringen, etwas besonders zu zelebrieren, oder eine gewisse Anstrengung zu vermeiden und trotzdem möchte keiner ein Leben wie in “Täglich grüßt das Murmeltier”, welches uns die Möglichkeit auf Überraschungen jeglicher Art nimmt. Kleine und große Abweichungen sind wichtig, denn jede Kassette, die immer wieder zurückgespult und von Neuem abgespielt wird, fängt irgendwann an zu leiern.

Wahrscheinlich sind sich alle einig, dass Wiederholung besonders dann furchtbar ist, wenn es um schmerzhafte, traurige oder andere unschöne Erlebnisse geht. Wer will schon erleben, dass man erneut belogen, betrogen oder verlassen wird. Dabei sind sich ständig wiederholende Ereignisse am Grausamsten, wenn man dachte sie bereits hinter sich gelassen zu haben und der Spirale entkommen zu sein. Plötzlich sitzt man wieder beim Arzt, bekommt wieder die gleiche Diagnose, oder verliert wieder das Vertrauen in eine/ einer Person, obwohl man es sich erst mühevoll wieder erkämpfen musste.

Aber auch schöne Erlebnisse leiden nur an Wiederholungen: Jedes Treffen mit der noch so interessantesten Person verliert an Glanz, wenn es immer gleich abläuft und eine Liebeserklärung erhält den faden Beigeschmack der Gleichgültigkeit, falls sie, routiniert ausgesprochen, die besondere Bedeutung der Worte verschluckt.

Mit enormer Liebe zum Detail versehene Menschen könnten jetzt ein: “Aber ein Moment kann doch nie völlig dem anderen gleichen!” entgegnen und wären nicht einmal im Unrecht, aber es geht um das große Ganze!

Da hilft kein “beten für ein Leben ohne Wiederholung”, da hilft nur das Leben selbst in die Hand nehmen, aufstehen und losrennen!

Blumentopf – Better be ready

Mein Song der letzten 3 Monate… Message – Beat. Hammer.

Linksplitter #1

Folgendes bitte einmal anschauen:

- mein neues Projekt 101helden.de (letzte Woche gestartet, gerade für Leipziger interessant)
- Fotos von der Anne
- meine Liebeserklärung an die Fotografie
- geniale Bilder aus Japan

Lebensziel: Inneres Chi.

Dieses Ankacken von der Seite, diese schlechte Laune noch vor 10 Uhr am Morgen. Beim Bäcker, Postmann, der ersten Person, der du
außerhalb deiner Wohnung begegnest.

Warum lächelt in diesem Land niemand zurück,
wenn man freundlich ist?

Tief ausatmen können und die schlecht gelaunten Nachbarn, den wegfahrenden Busfahrer, die kaputte Einkaufstüte ignorieren.

Tief einatmen können, gerade hinstellen, innen frei vom Blick von außen.

Das wäre doch mal was.

(in einer Bilderparade bei LangweileDich.net mal gesehen)

Manuellsen – Generation Kanak [ANTWORT AUF THILO SARRAZIN]

Ob nun guter Gesang oder Rap. Ich hab allein durch die Aussage gerade eine krasse Gänsehaut. Wow. Anschauen! Harter Rap – leichter Gesang. Boom! Bitte die kompletten 4:19 anschauen!

Manuellsen – Generation Kanak

Kleine Momente KW#35

  • Mittagessen mit Aussicht
  • dem Vortrag von Prof. Dr. Nasher lauschen
  • ein lustiger Abend zu 5.
  • wieder aufeinander zugehen
  • eine nächtliche Entführung in eine andere Stadt
  • Hotelbetten
  • im Zug sitzend das Land vorbeiziehen sehen
  • Berlin
  • die wieder vollständige WG
  • der alten Schule einen Besuch abstatten
  • Menschenkino zum Samstagnachmittag
  • Livemusik
  • trotz Hitze tanzen, tanzen, tanzen
  • Essen bis zum Platzen
  • unerwartete Offenbarungen

Broken-Windows-Theorie

1969 unternahm der Psychologe Philip G. Zimbardo folgendes Experiment: Er stellte versuchsweise zwei Autos ab, eines in der Bronx in New York City, das andere in Palo Alto, IMG_7327-Bearbeiteteiner eher beschaulichen Kleinstadt Kaliforniens. Er schraubte die Nummernschilder ab, öffnete die Motorhauben und beobachtete, was geschah.

In der Bronx machte sich am helllichten Tag schon nach zehn Minuten eine Familie – Mutter, Vater und 8-jähriger Sohn – über das Auto her. Binnen sechsundzwanzig Stunden war es durch weitere Personen völlig ausgeschlachtet worden und wurde anschließend weiter demoliert. Innerhalb von drei Tagen war das Fahrzeug nur noch eine zerschlagene Masse Metalls, in und auf die Passanten ihren Müll abluden.

Demgegenüber stand der Wagen in Palo Alto auch nach einer Woche noch unberührt da. Als es zu regnen begann, schloss sogar ein Passant die Motorhaube. Daraufhin schlugen Zimbardo und seine Mitarbeiter mit einem Vorschlaghammer eine Scheibe ein. Dies hatte zur Folge, dass kurz darauf Passanten die Zerstörer anfeuerten und mitmachten. In der folgenden Nacht schlugen junge Männer weiter auf den Wagen ein, so dass er schließlich zerstört auf dem Dach lag. (Quelle: Wikipedia)

Diese Theorie, macht mich nachdenklich. Man kann sie auf alles möglichen anwenden. Fängt man an ein Fenster kaputtes Fenster nicht zu reparieren, kommen sehr bald neue hinzu. Baut man sich im Kopf ein Kartenhaus aus Lügen, kommt immer noch eine hinzu. Es werden immer mehr, bis irgendwann der eigene Geist / das Haus einbricht. Es geht auch noch simpler. Fängt man spät ins Bett zu gehen, wird man es am nächsten Tag es eher schwer haben wieder früh einzuschlafen.

Das Fazit zu dieser Theorie fällt mir schwer. Man sollte nichts neues Anfangen, weil alles was neu ist, sich wiederholt und dann zu viel werden kann. Auf diverse Kriminelle Machenschaften lässt sich das gerne anwenden aber auf ein “funktionierendes” Leben eher weniger. Dadurch würden wir es keine Innovation und kaum noch eine neuartige Erfindung geben. 

Manchmal glaube ich, ich bin der letzte normale Typ //
Der keine Filme schiebt und sich bei allen Fragen bemüht //
Wahrscheinlich das ich dankbar bin, dass es mir möglich ist //
Jeden Tag meines Lebens zu geben für was größeres //
Und wenn ich frage: Hörst du mich? Dann meine ich sie //
Und wie mein Herz noch immer dafür schlägt, nach 10 Jahren (Musik) Fotografie. 

- Tua – 10 Jahre Musik

Lied des Tages: Herr von Grau – Risiko

Heute bin ich über diesen genialen Track gestolpert und kann mich in vielen Liedzeilen einfach wiederfinden. Feinster deutscher Hiphop und Sprechgesang. Das Video ist auch sehr sehenswert. Da wurde doch gleich das Album gekauft. Nach mehrmaligen anhören kann man es eindeutig empfehlen.