Keine Liebeserklärung.

Ich war 15 oder 16, als wir uns das erste Mal trafen. Oder ich dich das erste Mal sah.

Bist du einsam?

Ich habe nicht ja gesagt. Dazu bin ich zu stolz, dazu war ich schon damals zu stolz. Wir haben uns zum Abschied die Hand gegeben, ich bin nach Hause gegangen.

Die Hand geben, was für eine altmodische Geste von dem fremden Schulkameraden, der gerade meine empfindlichste rosa Traumblase zerstochen hat.

Ich glaube die Tränen auf den ersten Metern waren der Anfang. Natürlich, episch, auch ein Ende.

In dem Moment, wenn dich jemand fragt, ob du einsam bist, bist du es schon nicht mehr.

Ich war 16. Unschuldig würde ich es nennen, wenn das nicht so falsch klinge. Null Zynismus, etwas Arroganz (klar), keine Berechnung.

Seit diesen ersten Tränen sind wegen deiner Worte viele weitere geflossen. Viel Wodka, Zigaretten, natürlich habe ich auch deinetwegen zum ersten Mal eingeatmet.

Natürlich war es kindisch. Dieser Text ist kindisch. Für dich zu viel, kitschig, Teenager-Proll-Drama gegen Adorno? Ja, aber deswegen haben wir nie behauptet, einander zu genügen.

Es ist heute vorbei, nichts mehr kindisch, kein Schmerz, keine Eifersucht, Interesse, sicher, keine Neugier, viel Nostalgie.

Ich frage mich nur, nach den paar Jahren: Wenn ich deine Texte lese, von Zigaretten und Blut in abgefuckten Hotelzimmern,

Wo sind die Jahre?

You can’t start a fire…

I get up in the evening
and I ain’t got nothing to say
I come home in the morning
I go to bed feeling the same way
I ain’t nothing but tired
Man I’m just tired and bored with myself
Hey there baby, I could use just a little help

(…)

Stay on the streets of this town
and they’ll be carving you up alright
They say you gotta stay hungry
hey baby I’m just about starving tonight
I’m dying for some action
I’m sick of sitting ’round here trying to write this book
I need a love reaction
come on now baby gimme just one look

You can’t start a fire sitting ’round crying over a broken heart
This gun’s for hire
Even if we’re just dancing in the dark
You can’t start a fire worrying about your little world falling apart
This gun’s for hire
Even if we’re just dancing in the dark
Even if we’re just dancing in the dark
Even if we’re just dancing in the dark

Froh dabei zu sein.

Ich hab zwar kein Vermögen,
doch aber Leute die mich mögen,
und außerdem ist da ein Mädchen das mich liebt,
ich weiß nicht, ob es auf der Welt was bessres gibt,
zwischen all dem Sturm und Regen,
bin ich auch viel im Sonnenschein,
auch wenn die Angst vorm Sterben weh tut,
bin ich froh, froh dabei zu sein.

Wenn ich irgendwann mal gehen muss,
dann halte bitte meine Hand,
ich will wirklich nicht alleine sein,
wenn die Reise los geht, in dieses unbekannte Land,
bin in Flüsse gesprungen, egal wo wir waren,
hab soviel gesehen, von der Welt in den Jahren,
egal was danach kommt, wohin wir auch gehen,
wünsch ich nichts mehr, als dich dort wieder zu sehn,
ich hab furchtbar Angst vorm Tod,
ich hoff wir sind dort nicht allein,
auch wenn das Leben so oft traurig ist,
bin ich froh, froh dabei zu sein.

Danke an Philipp Poisel für diesen tollen Text.

H2O Verschwörung – Warum ich ein Loch in der Zimmerdecke habe.

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In letzter Zeit komm ich mir öfters vor, als wär ich im Kino. Leider bin ich nicht der Zuschauer sondern scheinbar der Hauptdarsteller. Erst vor ein paar Wochen die Sache mit dem iPhone und jetzt diese –neue- großartige Sache. Ich schlafe, es ist so gegen 8 Uhr. Ich wundere mich warum mein Gesicht einen kleinen Wasserspritzer abbekommt. Werde also sofort wach und denke – Ach du scheiße?! Es tropft aus meiner Zimmerdecke. Schnell ins Bad gerannt einen Eimer geholt – dann meinen Mitbewohner geweckt – Panik. Schnell zu unseren Nachbarn  über uns gelaufen. Geklingelt – “Nein bei mir ist nichts Nass.”

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Hausverwaltung im Urlaub, Hausmeister ging nach 20 Minuten dann auch ans Telefon. 15 Uhr!! kam dann ein Klempner, der entfernte die große Wasserblase und schnitt meine Zimmerdecke (Gipsbeton) auf – Ursache noch immer unklar. Scheinbar soll es doch der Nachbar über uns gewesen sein. Man muss schauen was dabei jetzt herauskommt. Ich muss wohl ein paar Tage / Wochen mit dem Loch in der Decke leben.

Arschloch – Tag! Danke!

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Dann eben Savas.

NSFW – Darum.

Nun ist es nicht so, dass ich erst seit gestern Rapmusik höre. Bisher hat sich das, gut, ich muss jetzt die nicht-Hip-Hop-Crowd unter den Lesern einweihen: eher auf die so genannten “Conscious”-Rapper beschränkt, die also irgendeinen sinnvollen Quark in die Welt droppen und deshalb von mir für hörbar befunden wurden.

Drehen wir das Rad des Rap weiter, habe ich gelernt nicht nur auf Lyrics, sondern den “Flow”, die “Beats” und dieses ganze Drum-dings-rum-Zeug – ja, ich glaube die Fachsprache hört sich komplett cool nach pubertierenden Teenagern an der örtlichen Bushaltestelle an – zu achten.

Dementsprechend ist der Inhalt des Songs nicht mehr Nummer eins, wenn es um die Titelauswahl geht.

Beste Beispiele der letzten Monate: Mac Miller und mein neuerlicher Gefallen an Snoop Dogg. Alles ohne Beat wird kurzerhand als Mädchenmukke abgetan. (UND JETZT WAGT JA KEINER DIESEN POISEL AUF DEN PLAN ZU BRINGEN! Inkontinentes Weichei, das in zehn Jahren so beliebt sein wird wie Reinhard Mey bei DEINER MUTTER – und der klingt wenigstens nicht nach Nasennebenhöhlenentzündung.)

Ding is. Erschreckend. Ich steh auf die John Bello Story 3 von Kool Savas. Von vorne bis hinten (oder sollte man in diesem Fall sagen von vorne und hinten? Baby, LMS?)

Jungs (und Mädels, aber ihr haltet mich doch eh schon für total verloren in den unmoralischen Abgründe der wasauchimmer) ich steh jetzt nicht unbedingt auf Gangbangen oder ins-Gesicht-spritzen. Aber: wenn der Alte das mag, ist es immer noch am ehrlichsten es zu sagen, bevor du nackt auf dem Satin-Bett in deinen besten Dessous aufbereitet da liegst und fünf männliche Genitalien dein Gesicht umrahmen. Deshalb lass ich den Mann rappen wie er spricht.

Das dazu. Jetzt will ich ab und zu dieser Welt erklären, dass ich mich trotz meines unfeministischen Musikgeschmacks über Gabriel Garcia Marquez und Ist-die-Demokratie-wirklich-die-sinnvollste-Staatsform austauschen möchte. Aber welcher Die-Zeit-am-Sonntag-bei-Rührei-Leser macht bitte dann diesen Aufwachsoundtrack mit?

Kleine Momente KW#38

  • Kino im Alleingang
  • blumige Überraschungen am Morgen
  • mit Cat Power im Auto die Landschaften vorbeiziehen sehen
  • Wiedersehen am Bahngleis
  • Geburtstagsanrufe, -nachrichten, -gesten, -geschenke, -gäste
  • Mittagessen im Warmen – außen wie innen
  • Wipsy-Revival-Treffen
  • Feiern mit Freunden
  • Herbstgefühle
  • Augen-Blicke
  • Anfänge der Idee einer Möglichkeit

Sophie gibt einen aus.

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Meine kleine Mitbewohnerin hat heute Geburtstag. Ich kann ihr nur alles Gute wünschen und hoffen dass ihre Ziele und Träume in Erfüllung gehen. Leider schwingt ein wenig Melancholie mit, da sie bald unsere WG verlassen wird. Der Nachfolger wird es wohl sehr schwer haben, eine so – scharfe – Mitbewohnerin zu ersetzen.  

Freu mich auf die Party.

Es ist gut, wenn uns die verrinnende Zeit nicht als etwas erscheint,
das uns verbraucht oder zerstört, sondern als etwas, das uns vollendet.
(Antoine de Saint-Exupéry)

Wie ein Sack – Reis – mein IPhone gerettet hat…

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Manchmal spielt einen das Leben fiese Streiche. Am Donnerstag wollte ich mein Bettzeug waschen. Hab alles schön zusammen gelegt und ab in die Waschmaschine damit. Nach ca. 40 Minuten wollte ich die Wäsche in unseren Wäschetrockner legen. Merkte beim anfassen ein hartes “Etwas” in der Hand. Das harte “Etwas”  – hatte die Form meines neuen Iphone4. Panisch machte ich die Wäsche auf und da lag es – mein Apple – Wundergerät. Scheinbar leblos. Es roch gut nach Weichspüler.

Ich schaut in diversen Foren nach und merkte relativ schnell das ich nicht der erste Vollidiot bin, der sein IPhone in die Waschmaschine geschmissen hat. Äußerlich hatte das Smartphone keinen Schaden genommen – also blieb mir nur noch die Reissack Variante (Reis zieht Flüssigkeit an und damit vom IPhone ab). 3 Tage in Reis eingehüllt – aber ohne große Hoffnung – lag es dann an einer trockenen Stelle.

In diesen 3 Tagen merkt man erstmals wie abhängig man von seinem Telefon ist. Ich hab keine Uhr, ich hab keinen MP3 Player.. Alles läuft über 1 Gerät. Was praktisch ist, aber im Notfall dann wieder echt ein wenig Lebensqualität einbüßen lässt.

3 Tage vorbei, IPhone ans Ladedock angeschlossen und siehe da – es funktioniert. Es haben sich nur leichte Wasserblasen auf dem Display gebildet – also noch einmal 24 Stunden in den Reissack. Stand heute: Es funktioniert wieder alles ohne Probleme. Ich bin heilfroh und bete ab jetzt täglich zu meinem kleinen Reissack.

Kleine Momente KW#37

  • Verträge unterzeichnen
  • jemandem durch das Verschicken von Fotos ein Lächeln ins Gesicht zaubern
  • Friendship Manifesto von September Leaves im Briefkasten finden
  • beim Arbeiten nicht auf die Uhr gucken
  • ein Abend als literarisches Quartett
  • die beste Freundin der Welt haben
  • ernsthafte, junge Männer – mit so vielen kleinen Gesten
  • gemeinsame Erinnerungen an die ersten Momente der Zweisamkeit
  • Rettungsaktionen, Brombeereierkuchen und ganz viel Geduld
  • eine kurze, kleine, aber fantastische Nachricht vom Lieblingsmitbewohner
  • der wohlbehalten zurückgekehrte Seemann
  • “Die Frau des Zeitreisenden” zum 9. Mal angucken und es immernoch lieben
  • wenn der Tag ein Ende findet nach Hause gebracht werden
  • hinterm Steuer sitzen und bei offenem Fenster: “Wir gehen mit Sand in den Schuhen und Salz auf der Haut und Wind in den Haaren nach Haus….”, mitsingen

Achillesferse.

Warnung: Dieser Artikel wurde unter serious emotional distress geschrieben.

Es wird immer häufiger.

Erst habe ich etwas nicht geschafft. Nicht geschafft, das heißt, nicht gemacht, das heißt “prokrastiniert”, das klingt lustig, ist es auch. Bis zur Abgabe, pressure makes diamonds, und am Ende wird’s eh alles gut.

Wenn es nicht gut wird, ist es nicht das Ende.

Dann kommt jedenfalls das schlechte Gewissen. Da ich jetzt seit gut 6 Monaten zig Projekte mache, dazu zählt sowas Süßes wie eine Bachelorthesis und sowas Nerviges wie 100 Folien PowerPoint, geht weder die Prokrastination, noch der Zeitdruck und als letztes natürlich auch nicht das schlechte Gewissen weg.

Gewissen ist dabei nicht das moralische Etwas, das euch sagt, was richtig oder falsch ist.

Es ist das Gefühl etwas nicht geschafft zu haben, das eigentlich total irrelevant ist.

Na, jedenfalls: Die Achillesferse. Neuerdings beobachte ich häufiger eine gewisse Flüssigkeit in meine Augen steigen. Selten wegen der Arbeit. Meistens wegen irgendwelcher banalen Sachen. Kurze Gedankenblitze und ‘tschuldigung, ich muss dann mal auf Toilette. Dort sitze ich dann kurz, gönne mir zwei Minuten Selbstmitleid, denke kurz an eine nahe, ferne Zukunft GANZ WOANDERS und geh zurück ins Hamsterrad.

Urlaub? Brauch ich nicht. Pausen? Sind für Loser. Ich brauche irgendetwas, irgendjemanden der noch daran glaubt, dass hinter diesem Stapel Präsentationen, Ausarbeitungen und Studien ein Mensch steckt, für den es sich lohnt hier zu sein. Jemand der sagt, schade, geh nicht, ich werd dich vermissen.

Und es ernst meint.

(Nach dem ersten Gegenlesen: nein, ich rede hier nicht von Vampir werden oder sonstigen jenseitigen Zusammenhängen. Ich rede vom Jetzt. Nur nicht dem Hier.)