Jeder von uns ist Kunst, gezeichnet vom Leben.

Sobald man Ausgrenzung am eigenen Leib erlebt, fühlt man sich stumpf. Keiner kann schließlich etwas für diese Situation, nur jeder zu einem kleinen Teil. Aber in dem Moment, in dem du mich der Lüge bezichtigst, fang ich an dich zu hassen. Als ob ich mir die härteste Story in diesem Jahr ausdenken würde, nur um vor dir zu fliehen. Du denkst nicht nach, merkst nicht was wahre Gefühle sind. Einige Leute wünschen dir sogar die Pest an den Hals, spätestens jetzt, solltest du nachdenken wie du dich deinen Mitmenschen gegenüber verhältst. Du warst lang genug ein Feigling, hast andere für dich machen lassen. Dich selbst vor eine Situation stellen und klare Worte zu sprechen, sind eben nicht deine Stärke. Du sprichst doch immer von deiner Lebenserfahrung, dann nutze sie gefälligst auch.

Vielleicht hab ich deswegen in letzter Zeit so oft das Gefühl das sehr viele Menschen in ihrer eigenen kleinen Welt leben. Wir verschließen die Augen weil wir es angenehm und kuschelig haben wollen – Hauptsache unsere eigene Sicherheit wird nicht gefährdet.

Weltenwanderer

Er spricht über Menschen, die ich nicht kenne. Regisseure, die mir nichts sagen, Autoren, die ich vergessen habe, Stücke, die wenige sehen. Er spricht von Philosophen und Konzepten und dass wir alle nicht sind, was wir scheinen.

Sie spricht über Aussehen, und ich weiß nicht was sie meint. Sie meint Größe, Haarfarbe, Kleidung, Job, Drinks und Hobbies. Sie meint Autos, Wohnungseinrichtungen, Lebensläufe (MBA da, Doktor dort, Firma A, Firma B). Sie legt Wert darauf, sie sollen passen, die Dinge – und das Aussehen. Ich weiß gar nicht, warum. Ich finde es lustig.

Er meckert über sein Praktikum, über das Hamsterrad, er will darüber reden, aber er weiß nicht wie. Will er es verlassen? Ja, Ausland, schon, machen ja alle – aber nur deswegen? Ich meine, er soll es lassen und da bleiben.

Sie erzählt von ihrem Investmentfonds, den sie gekündigt hat. Sie hat gesehen, was “die Reichen” mit “den Armen” gemacht haben. Sie will es ändern, es verbessern, die Welt alleine auf ihren Schultern tragen. Che Guevara, gut, der darf helfen. Sie hat nichts gelesen, will doch darüber reden und Dinge bewegen.

Manchmal sprechen wir alle dieselbe Sprache. Einen Abend lang. Weil wir danach weiter gehen. Und es ein schöner Abend war.

Aus einem Buch…

“Lass es mich klarstellen:

  1. Was du mir bedeutest, bedeutet mir mindestens so viel wie das, was ich dir bedeute.
  2. Gerade weil du mir so viel bedeutest, bedeutet es mir viel, dass auch ich dir möglichst viel bedeute.
  3. Hättest du mir nicht so viel bedeutet, wäre es mir egal gewesen, wie viel ich dir bedeute.
  4. Da es mir aber keineswegs egal ist, bedeutet dies, dass du mir so viel bedeutest, dass es mir nicht egal sein kann, wie viel ich dir bedeute.
  5. Wüsstest du, wie viel du mir bedeutest, dann könntest du verstehen, warum ich meine Bedeutung für dich nicht verlieren will.
  6. Fazit eins: Du wusstest offenbar nicht, wie viel du mir bedeutest.
  7. Fazit zwei: Vielleicht weißt du es jetzt.
  8. Ich bin müde. Gute Nacht.”

If I pull it together – make it sooner than later.

Ein Toast auf die Arroganz der Liebenden! Nun – auf die Arroganz der Anne.

Ein Screenshot meiner Playlist, die nach seinem Anfangsbuchstaben benannt ist, sagt alles.

Kurzfassung: Ich bin ein Wochenende nach dem Umzug in die Stadt gefahren aus der ich kam, weil er vorher am Telefon so lieb klang, und man absehbar nicht bald so viel Zeit zusammen gehabt hätte. So viel Zeit zusammen, in der er feststellt, dass er in eine andere verliebt ist. Während wir gerade fast 48 Stunden in einer Wohnung waren. Zu zweit.

Selbstzweifel? Gott sei Dank habe ich keine Zeit dafür.

Gleichgültigkeit, komm doch bitte vorbei.

Und ersetz diesen abgrundtiefen Hass und Schmerz, der nur will, dass du NIE eine bessere findest, das selber MORGEN einsiehst, es dir beschissen und dreckig geht und du eigentlich erkennst, was du an mir hattest. Und noch jahrelang dieses Wochenende und diese Entscheidung bereuen wirst.

Ja, da ist nicht mehr viel Respekt auf meiner Seite geblieben. Aber das letzte Mal als ich gezwungen wurde jemanden nicht abzuschreiben, bin ich noch zur Schule gegangen und habe mich ein Jahr lang durch die Pflicht-Kaffeepausen gequält. Weil die vor dem Schmerz schon Pflicht waren (dann sind wir Freunde geworden).

Selbst das, Höflichkeitskontakte, Pflichtveranstaltungen und Freundeslisten gönne ich dir nicht. Einfach weil ich versucht habe, dir zu zeigen, wie ich denke, wie manche anderen Frauen denken, wohin DU denken kannst und was man sonst noch machen kann. Weil ich dich mag, weil ich etwas sehe, was du nicht bist, aber das du werden kannst, wenn du es willst.

Ich will deine Zukunft nicht mehr sehen.

WAHRE LIEBE

Du willst mich nicht. Dafür gebe ich für Dich alles. Ich kann es nicht begreifen. Du lehnst mich zum 2. mal ab. Als wäre ich ein Stein. Ein gefühlsdusliger Clown – der durch deine Botschaft zerstört wird. Letztes Jahr hast du es schon einmal getan – mich mit Füßen getreten. Ich konnte gar nicht mehr klar sehen – du warst die mit der ich meinen Weg im Jahr 2010 gehen wollte. Heute wärst du mein Rettungsanker in einer verfahrenen Situation. Nun trittst du mit harten Stiefeln auf meinen Kopf ein – als wären meine Gedanken ein lästiger Hundehaufen.

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Bin ich dir nicht gut genug? Wo ist das Problem? Begründe es doch wenigstens. Ich wäre nicht für dich geeignet. Wie soll ich das verstehen? Am liebsten würde ich dich an die Wand klatschen damit du in 100 Teile zerspringst.

Ich hasse dich! Ich liebe dich!

Nächstes Jahr – alle guten Dinge sind 3!  Ja, das kannst du als Drohung verstehen.

Mein Haus am See.

Früher Sonntagabend. Ein Stimmengewirr aus Deutsch, Englisch, Japanisch und Spanisch. An den Wänden bewegte Bilder und in schummriges Rot getauchte Projektionen in warmer Atmosphäre.

Neben mir ein gerade im Entstehen begriffenes Paar: Er erinnert mich ein wenig an den typischen Klassenclown, sie an eine der Schulschönheiten von früher. Wenn beide weniger laut reden würden, wären sie mir wahrscheinlich sympathischer. Gegenüber legt ein Mann mit breitem Lächeln den Kopf auf den Schoß seiner Freundin, die ihm mit Engelsgeduld und großem Talent zur Imitation aus den Geschichten von Pumuckl und Meister Eder vorliest. Von der Tribüne aus, die im hinteren Teil des 24 Stunden am Tag geöffneten Raumes fest installiert ist, kann man wunderbar das Treiben der überraschenderweise fast ausnahmslos unglaublich schönen Menschen beobachten – definitiv der perfekte Ort um genau das ausgiebig zu tun.

Seit heute Nachmittag sitze ich hier auf einem dieser bequemen Kissen; lesend, surfend, recherchierend. Vorgestern war ich das letzte Mal hier – zusammen mit der besten Freundin –heute ist es der Zufluchtsort aus dem 12qm kleinen WG-Zimmer, welches an Arbeitstagen völlig ausreichend, an Wochenenden allerdings viel zu klein scheint. Der Gedanke, dass dieses Cafè womöglich mein Stammlokal werden könnte, ist ein weiterer Schritt hin zu diesem „an einem anderen Ort angekommen sein“. Ein Gefühl, welches sich in den letzten Tagen immer öfter einschleicht.

Es wäre gelogen zu behaupten, dass ich mich nicht ein wenig angepasst hätte: Allein die Lippen sind öfter in tieferes Rot getaucht, die Haare länger und kaum noch braun, die Wimpern immer regelmäßiger in Schwarz gehüllt, die Kleidung ist dem Arbeitgeber entsprechend formeller. Der Rest von mir lernt jede Woche mehr wie man es wieder schön findet allein zu sein und erkennt, dass ein spannender Job dabei sehr hilfreich sein kann. Diese Veränderung gefällt mir und ich bin neugierig, ob sie weitere Kreise zieht, auch von Außenstehenden zu beobachten ist.

Vier Monate bin ich jetzt hier. In 5 Wochen wäre es fast schon wieder vorbei gewesen, bevor mich jemals jemand besucht hätte. Doch das Spiel zwischen Berlin und mir geht in eine weitere Verlängerung, von der noch keiner genau weiß, wie lange sie andauern wird.

An Abenden wie diesen – mit Chai Latte und Menschenkino in einem tollen Cafè – scheint es so, als könnte ich dabei nur gewinnen.

Selbstmord.

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Warum singen so vieler meiner musikalischen Helden von Selbstmord? Egal ob Casper, Prinz Pi oder Curse. Scheinbar ist unsere Generation von Selbstzweifel zerfressen. Es gibt definitiv viele Gebiete in denen wir verzweifeln können. Wenn wir den Druck in der Schule nicht gewachsen sind. Wenn wir Liebeskummer haben und keinen Ausweg mehr sehen. Wenn die eigene Arbeit nicht gewürdigt wird. Wenn ein geliebter Mensch stirbt. Momente an denen Menschen zerbrechen können. Der Gedanke tötet und dann einen endgültigen Schlussstrich ziehen. Viele sagen, diese Art wäre Feige. Man stiehlt sich aus der eigenen Verantwortung.

Was ist aber wenn man zu sehr geliebt hat, wenn es wirklich keinen Ausweg mehr gibt? Ich glaube Selbstmord hat etwas mit Stolz und Kraft zu tun. Irgendwann ist das Fass, was man Kraft nennt leer. Ich selbst kenne niemanden persönlich der sich umgebracht hat. Ich kenne in meinem Umfeld aber ein paar Personen die es probiert haben. Ein Hilfeschrei? Ich kann es auch nach 10 Jahren noch nicht wirklich deuten.

Trotzdem ein Mensch ist frei in seiner Entscheidung. Wenn es der eigene Wille ist und man zu 100% bei Verstand ist, dann soll jeder auch über seinen eigenen Tod frei entscheiden können. Übrigens ist Selbstmord ein bescheuerter Begriff.  

Der Mensch ist elektrisch, seit du Weg bist bin ich ohne Strom. 

// Ja mir geht es gut. //

Kardiologie.

Ich möchte jeden Sonntag mit dir frühstücken. Bis immer. Ich möchte so oft wie möglich in deinen Armen einschlafen. Ich möchte dich lachen sehen. Immer wieder. Und irgendwann mit dir in diesem Restaurant sitzen.

Ich möchte L.A. und meine Freunde in San José besuchen. Sonnenbaden. Ich möchte Südamerika kennen lernen. Spanisch fließend sprechen. An einem warmen Ort leben. Arme Länder sehen und aus unserer Realität heraus fallen. Alles abbrennen, so wie Clooney, um am Ende frei sein zu können.

Aber was ist Freiheit ohne Heimat?

Ich spüre wie sich meine zwei Herzkammern langsam voneinander weg bewegen. An verschiedenen Tischen im Restaurant sitzen, und dem Kellner, dem Kopf zubrüllen, für sie zu verhandeln. Und der Arsch nimmt nur ‘ne Aspirin und verlässt schweigend den Raum.

Retrospektive

22.07.2008 – Devonport TasmanienIMG_5203

Es wird schon gegen 16:30 dunkel. Die Tage sind kurz hier im tasmanischen Winter. Die Gedanken drehen sich um die Zukunft. Was soll ich machen wenn ich wieder in Deutschland bin? Bewerbe ich mich bei meiner alten Firma wieder? Möchte ich mich nicht weiterentwickeln? Man vermisse ich meine Freundin so sehr. Ich bin froh sie endlich wieder länger zu sehen. Hoffentlich bringt mich dieses Schiff wieder gut nach Melbourne. Denkt der Rest von mir, ich bin ein Verlierer nur weil ich nach 2 Monaten wieder zurück nach Deutschland fliege? Ach egal, Hauptsache mir geht es gut.

03.07.2009 – Havanna KubaKuba02 147

Man bin ich betrunken. Der Mojito an der Swimmingpool Bar war gut. Ich kann meine Gedanken kaum noch fassen. Ich hab mich vor ein paar Wochen von meiner Freundin getrennt. Wir waren immerhin 3 Jahre zusammen. Jetzt bin ich vernarrt in ein blondes Wesen, was ich auf der anderen Seite der Welt schrecklich vermisse. Gut dass ich dieses Gefühl habe, gut dass ich sie vermisse. Ich hab nichts bereut. Dieses Kuba, diese Liebe, diese Gedanken – nur einen Job fehlt noch zum kompletten Glück.

22.05.2010 – Großplasten Deutschland Pfingsten (94 von 289)

Wie lange war ich eigentlich nicht mehr wandern? Ach es schadet ja nicht. Die Gruppe, findet immer einen Weg. Schade das wir nur so kurz ausspannen können. Warum kann ich eigentlich nie meinen inneren Frieden finden? Es gibt immer irgendetwas was mich stört, was nicht perfekt läuft. Ach die Mücken nerven mich. Was gibt es heute zum essen? Ach werden schon andere für mich entscheiden.

15.01.2011 – Leipzig DeutschlandIMG_1187

Ich hätte nie gedacht, das mich alles einmal so belasten kann. Das dieser Druck so groß werden könnte. Hielt ich mich doch immer für abgeklärt und stark. Nein nichts ist gut. Ich könnte diese Kamera gegen die Wand werfen. Könnte das Smartphone in 1000 Einzelteile zertreten. Ich fühle mich wie ein Süchtiger, süchtig nach Anerkennung, immer was besseres schaffen zu müssen. So kann es doch nicht weitergehen. Es muss was passieren. Geh ich halt auf die Party und mach gute Miene zum bösen Spiel. Ja, wir sind alle so glücklich. Perfekt. Ja alles ist gut. Es läuft Super. Gefällt mir. Merkt doch eh keiner.

Taschenbücher und Nachtbaden.

Cairns im Juni 2008

In einer Zeit wo ein besetztes Haus mit 2000 Polizisten geräumt wird und ein ganzer Staat am Nil auseinander zu brechen droht, kommen einen die eigenen Probleme so unendlich klein vor. Man betrachtet die Welt über die Kanäle im Internet und TV und erkennt sich an manchen stellen selbst wieder. Cairns wurde letzte Nacht von einen riesen Zyklopen heimgesucht. Vor 2 1/2 Jahren stand ich an der Stelle, die eben überschwemmt wurde. Man sieht die Bilder an sich vorbeiflimmern und kann nicht mehr klar denken.

Ich hab das Gefühl das sich allgemein vieles im Wandel befindet. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt. Wir verändern uns, die Kommunikation ist auf jede Sekunde getrimmt. Wir werden in unseren Aktionen und Interaktionen immer schneller. Schaffen wir dadurch aber auch einen Mehrwert für uns und unser Umfeld? Ich bewundere meinen Mitbewohner Walther sehr, der gerade die gesamte Welt in Uganda ganz anders wahrnehmen und aufsaugen kann. Sich selbst neu zu entdecken, sich selbst in Situationen bringen die man lösen muss – charakterlich und nicht fachlich. Kenne ich mich gut genug um zu sagen: Hey ich arbeite jetzt bis ich 65 bin und geh dann in Rente? Was ist tote Zeit? Was ist Zeit die dich selbst weiterbringt? Es ist schwer die Tage sich diese Frage zu beantworten. So viele Informationen, so viele Gedanken, unendliche Welten in einem Mikrokosmos.